Kontaktieren Sie uns

Bitte tragen Sie Ihren Vor- und Nachnamen ein!
Bitte geben Sie Ihre Email-Adresse an!
Tragen Sie IhreTelefonnummer ein!
Geben Sie hier Ihre Nachricht ein!

Handball

Dienstag, 30. Januar 2018

Minden und Gummersbach liefern sich einen knallharten Test

WAZ. „Ich bin super unzufrieden“, sagt GWD-Trainer Frank Carstens nach dem 23:32. Carsten Lichtlein schreibt in Bommern fleißig Autogramme.

Phasenweise hatte es sogar was von einer Handball-Show, als Christoffer Rambo und Marvin Sommer großartige Kempa-Tore gelangen. Doch eines war bei diesem Freundschaftsspiel zwischen den Bundesligisten TSV GWD Minden und VfL Gummersbach nicht zu übersehen: Es war überhaupt kein Freundschaftsspiel, sondern ein knallharter Test zwei Wochen vor dem Start in die zweite Saisonhälfte. Und so faszinierte Carsten Lichtlein, der 220-malige Nationalkeeper des VfL, nicht nur mit seinen Paraden, sondern auch damit, dass er sehr intensiv dirigierte und mehr plapperte als seine Feldspieler vor ihm zusammen.

Apropos Carsten Lichtlein: Bevor er die Mindener gemeinsam mit seinen Teamkollegen 32:23 (18:12) deklassierte, war er der Erste, der von zahlreichen jungen Autogrammjägern umringt wurde und immer wieder seinen Namen schrieb. Fast wäre der 37-Jährige der Einzige geblieben, der Ball gegen Stift tauschen musste. Doch als Raban Mazur und Lukas Burbaum, die Verbandsliga-Spieler des TuS Bommern, durch die Tribünengänge tingelten und Getränke verkauften, waren plötzlich noch die Unterschriften eines anderen Gummersbacher Mannes begehrt.

Auch Matthias Puhle signierte fleißig und zeigte dann in der zweiten Halbzeit, in der er für Carsten Lichtlein gekommen war, ebenfalls eine ausgezeichnete Leistung. „Beide Torhüter waren sehr stark“, lobte Gummersbachs Trainer Denis Bahtijarević. „Das lag aber auch daran, dass wir so gut gedeckt haben. Ich freue mich, auch wenn es nur ein Testspiel war, dass wir hier so aufgetreten sind.“

Die Gummersbacher ernteten von den 500 Zuschauern am Bommerfelder Ring deutlich mehr Applaus als die Mindener. Und während die meisten VfL-Spieler nach dem Schlusspfiff noch auf dem Parkett standen und fast alle ein Lächeln im Gesicht hatten, herrschte beim GWD-Tross eine Mischung aus Frust und Ratlosigkeit. Es dauerte auch sehr lange, bis Frank Carstens seine Ansprache in der Kabine beendet hatte. „Ich bin super unzufrieden, wie das Spiel gelaufen ist“, sagte der Mindener Coach später. „Dabei geht es gar nicht so sehr um das Ergebnis, aber das war sehr, sehr uninspiriert.“

Total inspiriert war einer auf der anderen Seite: Marvin Sommer. Der 26-jährige Gummersbacher bewies nicht nur auf seiner Linksaußen-Position, sondern gerade auch beim Gegenstoß seine Klasse – und schaffte aus einem eben solchen auch das bereits erwähnte großartige Kempa-Tor. Zu diesem Zeitpunkt stand im GWD-Kasten nicht mehr Kim Sonne, der allerdings nicht nach der Pause, sondern erst in der 41. Minute seinen Platz für Maurice Paske geräumt hatte. Auch das ist einer von vielen Belegen dafür, dass es überhaupt kein Freundschaftsspiel war.

Frank Carstens war sogar ein bisschen wütend, während sich Frank von Behren, der Sportliche Leiter der Dankerser, sogar schon acht Minuten vor Spielende wieder auf die Heimreise gemacht hatte. „Wir haben schlecht abgeschlossen und hatten dann kein Rückzugsverhalten. Das geht nicht“, sagte der Mindener Trainer. „Als wir in der zweiten Halbzeit vorne länger gespielt haben, haben wir auch besser ausgesehen.“ Auch wenn das längst nicht für ein Ausreichend reichte.

WAZ-Bericht von Andree Hagel

WAZ-Fotostrecke (Fotos von Tanja Schneider)