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Handball

Freitag, 26. Januar 2018

Ein Handball-Klassiker in Bommern

WAZ. 17 Meistertitel stehen für Gummersbach und Minden in der Chronik. Ein Gespräch mit Denis Bahtijarević (VfL) und Frank von Behren (GWD).

Die Handball-Freunde in Witten dürfen sich am Freitagabend auf ein außergewöhnliches Spiel freuen, auf eine Partie zweier Teams mit sehr, sehr klangvollen Namen: Zwei Wochen vor dem Start in die zweite Serie der Bundesliga testen der VfL Gummersbach und der TSV GWD Minden beim TuS Bommern. Zwölfmal war der VfL Deutscher Meister, fünfmal Grün-Weiß Dankersen (davon dreimal auf dem Feld). Anwurf wird um 20.30 Uhr im Sportzentrum am Bommerfelder Ring sein. Vor der Partie sprachen wir mit Gummersbachs Trainer Denis Bahtijarević und Mindens Sportlichem Leiter Frank von Behren.

Kennen Sie Witten, vielleicht sogar Bommern?

Frank von Behren: Der TuS Bommern sagt mir was, aber ich weiß nicht, ob ich schon mal gegen Bommern gespielt habe. Ich glaube nicht. Ist Herdecke nicht auch da in der Nähe? Da habe ich mal mit dem TV Sachsenroß Hille und mit der TSG Altenhagen-Heepen gespielt.

Denis Bahtijarević: Nein. Ich hatte auch erst einmal gefragt, wo das ist. Wir haben aber gehört, dass es eine Handball-Stadt ist. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass es am Freitagabend sehr interessant wird.

VfL Gummersbach gegen TSV GWD Minden, das ist für jeden Handball-Nostalgiker eine Traumpaarung. 1975 und 1976 war es jeweils das Finale um die Deutsche Meisterschaft, das der VfL in der Dortmunder Westfalenhalle mit 13:7 und in der Frankfurter Festhalle mit 12:11 gewann. Ist heute noch was von diesen glorreichen Zeiten zu spüren?

Bahtijarević: Natürlich ist das nach wie vor zu spüren. Gummersbach ist der Club, der zusammen mit Barcelona die meisten Titel gewonnen hat und immer ein großer Verein bleiben wird. Sportlich läuft es nicht wie früher. Da haben uns andere, die viel mehr Geld haben, überholt. Aber was die Organisation, das soziale Engagement und die Leidenschaft angeht, ist der VfL nach wie vor ein Top-Verein in Europa.

Von Behren: Das spürt man noch – den Stolz im Verein, den besonders die Vergangenheit geprägt hat. Es sind ja auch Spieler von damals heute noch eingebunden, Gerd Becker und Gerd Buddenbohm zum Beispiel. Es ist ein gewisser Stolz da, und der wird auch weiterhin gelebt.

Wie?

Von Behren: Es ist immer die Anspruchshaltung da, jeden Gegner schlagen zu müssen.

Beim TuS Bommern herrscht große Freude, solch ein Spiel präsentieren zu dürfen. Freuen Sie sich auch?

Von Behren: Ja, tun wir. Es sind immer schöne Spiele gegen den VfL, und ein solches können wir jetzt dort präsentieren, wo die Menschen Bundesliga-Handball nicht gewohnt sind. Das ist auch ein Anreiz für uns, das zu tun.

Bahtijarević: Wir freuen uns auch. Wir sind gerade in einer Phase der Vorbereitung auf die zweite Serie, in der wir viel trainieren. Ein Leistungssportler will aber spielen. Immer. Ich bin davon überzeugt, dass wir ein gutes Spiel zweier guter Bundesliga-Teams erleben werden und das Publikum Spaß haben wird.

Dürfen die Fans bis auf die norwegischen Nationalspieler Magnus Gullerud und Torwart Espen Christensen, die bei der Europameisterschaft im Einsatz sind, die beste GWD-Mannschaft erwarten?

Von Behren: Sonst werden wir mit allen Spielern anreisen. Marian Michalczik, der ja im erweiterten Kader der Nationalmannschaft war, hatte zuletzt eine Pause. Andreas Cederholm ist nach seiner Weisheitszahn-Operation noch nicht ganz fit, und für Dalibor Doder wird’s nach seiner schweren Bronchitis der erste Auftritt. Wir haben ja in der Vorbereitung nur zwei Härtetests: In Bommern und hier bei uns in Stadthagen gegen den Bergischen HC. Deshalb werden wir das Spiel sehr ernst nehmen.

Und der VfL kommt auch mit Torwart-Lichtgestalt Carsten Lichtlein?

Bahtijarević: Ja, es werden alle mitkommen. Allerdings hat Carsten Lichtlein eine kleine Prellung, so dass ich abwarten muss, was der Doc am Donnerstagabend sagt. Wir werden auf keinen Fall ein Risiko eingehen. Fehlen werden Linkshänder Florian Baumgärtner, der sich schon längere Zeit mit schwerwiegenden Schienbeinproblemen herumplagt, und Florian von Gruchalla, der im Training umgeknickt ist.

Das heißt, dass Sie auch Nationalspieler Simon Ernst mitbringen werden, der im Juni einen Kreuzbandriss erlitten hat?

Bahtijarević: Ja, er wird spielen.

In der Bundesliga geht es für Sie beide am 8. Februar weiter. Der VfL, der nur drei Punkte vor den Abstiegsplätzen liegt, muss zum SC Magdeburg, und der TSV GWD, der mit 16:22 Zählern schon ein Neun-Punkte-Polster hat, muss zur TSV Hannover-Burgdorf. Was erwarten Sie vom Rest der Saison?

Von Behren: Das Thema Abstieg sollte nicht mehr unseres sein. Es sind noch 15 Spiele in dieser Saison, und unser Ziel sollte es sein, dass wir unsere Entwicklung bestätigen und die Spiele gegen die Mannschaften, die unter uns stehen, zumeist zu gewinnen. Unser Saisonziel waren 26 Punkte, es dürfen aber auch gerne ein paar mehr sein.

Bahtijarević: Für mich ist wichtig, dass wir einen weiteren Schritt nach vorne machen und besseren Handball spielen werden als vor Weihnachten. Unser Saisonziel ist klar: Wir wollen den Klassenerhalt frühzeitiger schaffen als in der vergangenen Spielzeit.

Und wer wird Deutscher Meister? Wieder die Rhein-Neckar Löwen, die nach 19 von 34 Spielen zwei Punkte vor den Füchsen Berlin liegen?

Von Behren: Ich glaube, die Rhein-Neckar Löwen werden es wieder machen. Erstens haben sie die Erfahrung, zweitens die Siegermentalität, und drittens schwächeln die anderen Mannschaften.

Bahtijarević: Oooh! Ich glaube Flensburg oder Löwen. Sicherlich sind die Löwen die Favoriten, aber ich hoffe auf Flensburg.

WAZ-Bericht von Andree Hagel