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Montag, 01. August 2022

Bericht zur Radtour der Pedalritter - Männer Fitness 60+

Endlich, nach zwei Jahren Corona bedingter Abstinenz, haben wir uns entschlossen, eine Sternradtour von dem beschaulichen Örtchen Reinstorf im Landkreis Lüneburg zu starten. Wie immer vor jedem Start müssen erst einmal unsere E-Bikes auf dem Radanhänger der Wabe und das Gepäck im Bus verstaut werden. Unser Pedalritter Friedhelm, der leider diesmal nicht mitfahren kann, verabschiedet die Truppe mit einem Schlückchen Sekt und wünscht uns eine gute Fahrt. Der Start ist schon mal gelungen. Voller Vorfreude und einer gehörigen Portion Motivation starten übriggebliebene sieben Mann am 21.06.22 zu einer Reise in die Samtgemeinde Ostheide. Dort angekommen und eingecheckt im Heide Hotel, schnell noch eine kleine Stärkung zu uns nehmen, begeben wir uns sogleich zu einer ersten Erkundungstour rund um Reinstorf. Alle Mann ausgestattet mit E-Bikes, führt uns die meist flache Strecke durch die Nachbardörfer und Ortsteile die allesamt sehr beschaulich durch ein harmonisches Nebeneinander von ländlicher Umgebung mit intakten landwirtschaftlichen Betrieben geprägt sind. Das eine gute Vorbereitung Grundvoraussetzung ist, merkt unser Pedalritter Wolfgang schon nach ca. 10 Km. Akku leer, dann auch noch ein Sturz der ohne große Blessuren ausgeht beendet hier schon seine Weiterfahrt. Klaus, der ebenfalls die Tour kennt, begleitet ihn zum Hotel und schließt sich anschließend wieder der Gruppe an. Unterdessen entern wir einen kleinen aber steilen Pfad und belohnen uns mit einem tollen Blick auf den Elbe-Seiten-Kanal. Besondere Höhepunkte der Tour sind die Buckelgräber in Boltersen, bestehend aus 300 Buckelgräbern, stammend aus der jüngeren römischen Kaiserzeit sowie die Wassermühle und St. Willibrord in Neetze. Noch eine kurze Einkehr im Café vom Spargelhof Strampe, hier lassen wir uns den tollen Kuchen und einen Cappuccino schmecken. Nach 43 Km zurück im Hotel kurz frisch machen und anschließend gemeinsam im Hotel speisen und das ein oder andere erfrischende Kaltgetränk zu uns nehmen. Dann Nachtruhe und Vorfreude auf den nächsten Tag.

Die zweite Etappe beginnen wir mit einer ausgiebigen und sehr gutem Stärkung vom Frühstücksbuffet, einem kurzen Radcheck und fahren gut gelaunt in Richtung Lauenburg. Das Wetter lässt kaum Wünsche offen, fasst kein Wölkchen am Himmel und bei angenehmer Temperatur fahren wir zur ersten Sehenswürdigkeit, dem Schiffshebewerk Scharnebeck. Ein imposantes Bauwerk, zugehörig zur nördlichen der beiden Kanalstufen der Bundeswasserstraße Elbe-Seitenkanal. Der Kanal verbindet die Elbe bei Artlemburg mit dem Mittellandkanal bei Edelsbüttel, nähe Wolfsburg. Gebaut als damals weltgrößtes Hebewerk passierte erstmals 1975 das erste Schiff die Anlage mit der Teilfreigabe des Kanals zwischen Elbe und dem Hafen Lüneburg.

Weiter am Kanal entlang gelangen wir nach kurzer Fahrt zum 20,8 Hektar großen Naturschutzgebiet Fehlingsbleck. Es dient während des Vogelzugs als wichtiger Schlafplatz für ziehende Wasservögel, insbesondere auch für Kormorane. Auf der Weiterfahrt kommen wir über die Elbbrücke Lauenburg in die gleichnamige Stadt. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die alte Brückenwaage mit Wiegehäuschen von 1914, das 3,9 Meter hohe und acht Tonnen schwere Schaufelrad des inzwischen abgewrackten Heckradmotorschlepper SLAPY, der Lauenburger Rufer, er steht als Symbol für die über 700-jährige Tradition der Elbschifffahrt, säumen unseren Weg. Dann gibt es erst einmal eine Stärkung im „alten Schifferhaus“ mit leckeren, frischen Matjes, Bratheringen und Bratkartoffeln. Jetzt sollte uns unser Weg eigentlich zum Lauenburger Schloss führen was uns aber durch eine unübersichtliche und teilweise durch Treppen versperrte Wegführung nicht möglich war. Schade, wir hatten uns so viel davon versprochen. Wir werfen noch einen traumhaften Blick auf die unter uns fließende Elbe und verlassen Lauenburg ohne Groll, warten doch noch so viele weitere interessante Wegpunkte auf uns. Durch viele kleine Ortschaften mit historischen Kirchen und vielen Kleinoden kommen wir in den Kernort Bleckede mit 13 weiteren Ortschaften. Vorbei an von einem Wassergraben umgebenen Schloss, der St. Jakobi Kirche und dem Rathaus stehen wir vor dem alten Bleckeder Brauhaus. Wir sind uns schnell einig, hier werden wir den Tag ausklingen lassen werden. Dann geht es schon wieder weiter zum Findlingsgarten nach Breetze. Er besteht aus vielen, verschiedenen Findlingsgarten, die kreisförmig in zwei Reihen angeordnet sind und teilweise bis zu 1,75 Milliarden Jahre auf dem Buckel haben. Auf der Begrüßungstafel steht „ALTER SCHWEDE“ (wohl weil die meisten Findlinge aus dem hohen Norden stammen).

Die Etappe endet nach 73! gefahren Kilometern am Hotel. Jetzt schnell frisch machen und dann mit dem TUS-Bus nach Bleckede wo leckeres selbst gebrautes Bier und Weizen und einige ausgesuchte Speisen im „alten Brauhaus Bleckede“ auf uns warten, ein echter Genuss für Augen und Gaumen.

Die dritte Etappe führt uns zu unserem heutigen Hauptziel, Bad Bevensen. Nach der intensiven morgendlichen Stärkung am Buffet und der Überprüfung der Räder kann es auch schon losgehen. Wieder führt und die Tour durch Felder und Wiesen mit kleinem Highlight in Bienenbüttel, dem Skulpturenpark, zum Kloster Medingen. Das Kloster beherbergt ein evangelisches Damenstift, dem seit 1494 immer Äbtissinnen vorstehen. Dominierendes Element der Anlage ist der spät-barocke, 40 Meter hohe Kirchturm mit einem grün patinierten Kupferhelm. Das Kloster beheimatet heute ein Hospiz. Heute ist es richtig warm und wir sind froh endlich in Bad Bevensen angekommen zu sein, hier haben wir uns erst einmal eine ausgiebige Pause verdient. Wir nutzen die Zeit um den Akku am Rad von Wolfgang zu laden und Götz besorgt ihm noch schnell im nächsten Fahrradshop eine Flaschenhalter, der dann auch sofort fachmännisch montiert wird. Noch ein Blick auf vielen Sehenswürdigkeiten dieser schönen Stadt und dann geht die Reise schon weiter. Über Altenmedingen mit seiner alten St. Laurentius Kirche, übrigens 1336 letzte Zwischenstation der Nonnen vom Kloster Medingen, führt uns unser Weg zu den imposanten Königsgräbern von Haaßel. Die Anlage besteht aus drei noch erhaltenen megalithischen Grabanlagen der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur. Unser Kamerad Lothar lässt es sich nicht nehmen einmal Probe zu liegen, muss dann doch wieder „auferstehen“ weil es weiter geht. Wir befinden uns auf den letzten Kilometern vor dem Ziel wo wir noch auf die Ortschaft Dahlemburg treffen, die mit ihrer St. Johanniskirche und der St. Laurentiuskapelle, beide aus dem Mittelalter, sehr interessante Sehenswürdigkeiten bietet. Nach knapp 70 Kilometer endet auch diese, diesmal sehr schweißtreibende, Etappe an unserer Unterkunft. Nach einem kühlen Erfrischungsgetränk heißt es erst mal frisch machen und nachdem wir am Vorabend in Bleckede so gut bewirtet wurden geht es auch heute wieder dorthin. Hier genießen wir noch einmal die gute Gastronomie mit leckeren Speisen und dem unschlagbar gutem Bier. Heute Nacht werden wir gut schlafen.

Die vierte und auch schon letzte Radetappe wird uns heute noch einmal Richtung Norden führen. Wieder frisch gestärkt am Frühstücksbuffet, das Rad von Wolfgang wird noch einmal genauestens angepasst, fahren wir erst einmal in grobe Richtung Lüneburg, streifen die Stadt aber nur am nördlichen Stadtrand und fahren weiter zu einem weiteren Höhepunkt der Tour nach Bardowick. Unterwegs dorthin kommen wir am Sicherheitstor Erbstorf vorbei, welches 1976 gebaut verhindern soll, dass sich eine nochmalige Überflutung von Lüneburg ereignet, was bis heute auch nicht wieder geschehen ist. Auch die Schleuse Eichhof liegt noch auf dem Weg. Diese Schleuse wurde gebaut um die Ilmenau schiffbar zu machen und  dadurch als Handelsweg von Lüneburg nach Hamburg für den Salztransport zu nutzen. Im weiteren Verlauf der Tour treffen wir auf den St.Nikolaihof, der in frühen Jahren Aussätzige beherbergte und heute als soziale Einrichtung dient. Mitten im Dorfkern entdecken wir noch einen einsam dastehenden Turm. Der St. Vitus Turm steht auf einem ehemaligen Friedhofshügel und gehörte zur ehemaligen Pfarrkirche zum heiligen Vitus. Nach mehreren Bränden wurde die Kirche nicht mehr aufgebaut- nur noch der VITI-Turm erinnert an die Geschichte.Und dann ist es soweit, vor uns liegt der imposante Dom zu Bardowick, St. Peter und Paul. Er ist eine gotische dreischiffige Hallenkirche mit achteckigen Türmen die zwischen 1389 und 1485 gebaut wurde. Im Innern fällt sofort das bronzene Taufbecken, datiert auf 1367, auf. Der aus Eiche geschnitzte Flügelaltar zeigt im Mittelteil Maria mit dem Kind zwischen den zwölf Aposteln. Auf der historischen Westempore wurde einen neue Orgel erbaut und im Januar 2012 eingeweiht. Für eine gute Weiterfahrt stellt Rolf noch eine Kerze auf. Weiter auf unserem Weg entdecken wir die Bardowicker Holländermühle, in der noch heute das Mehl für den mühleneigenen Naturkostladen gemahlen wird. Nun wird es wieder ländlich auf der weiteren Strecke und wir erreichen über Wald- und Wirtschaftswege den Barumer See und Metzensee. Beide sind entstanden aus Erweiterungen der Neetze und bieten heute unter anderem Badegästen erfrischende Stunden und Erholung. Nach ca. 50 Km erreichen wird den nördlichsten Punkt der Route, Artlemburg. Auch hier steht im Mittelpunkt eine Holländermühle von 1833, nach mehreren Bränden und einer in den letzten Jahren umfassenden Renovierung steht die Mühle heute wieder voll funktionsfähig hinter dem Deich an der Mündung des Elbe-Seiten Kanals. So langsam begeben wir uns auf den Rückweg der aber noch eine Sehenswürdigkeit für uns bereit hält, das Schloss Lüdersburg. Das imposante Herrenhaus geht auf eine mittelalterliche Burg zurück und ist mit den beiden Kavaliershäusern nicht nur ein besonderes Kleinod im ehemaligen Fürstentum Lüneburg, sondern auch das Wahrzeichen der Stadt. Bevor wir unser Ziel wieder erreichen werfen wir unterwegs noch einen Blick auf die Wassermühle Neumühlen, die 1330 ihre erste Erwähnung im Urkundenbuch des Klosters Scharnebeck erfährt. Leider wurde der Betrieb der Mühle 1959 eingestellt und seitdem zusehends verfällt. Nach gefahrenen 74,8 Km, unsere längste Etappe, kommen wir sichtlich geschafft im Hotel an. Jetzt heißt es erst einmal frisch machen und dann begeben wir uns auf den Reiterhof in Süttorf wo in einem schönen Lokal italienische Köstlichkeiten auf uns warten, ein gelungener Abschluss eines wieder heißen Tages.

Heute am Samstag beginnt der letzte Tag unserer diesjährigen Radtour wie immer mit einem ausgiebigen Frühstück, auch für Langschläfer Klaus. Es ist heute keine Radtour mehr geplant, wir wollen zum Abschluss der Stadt Lüneburg einen Besuch abstatten. Vorher müssen noch die Räder wieder auf den Hänger verladen und das Gepäck im Bus verstaut werden. Nachdem alle ihre Rechnung im Hotel beglichen haben fahren wir mit unserem Gespann in die nahe gelegene Stadt. Eigentlich sollte hier Friedhelm die Leitung übernehmen und uns die Sehenswürdigkeiten der alten Hansestadt zeigen, aber wie schon zu Anfang erwähnt konnte er die Fahrt leider nicht mitmachen. Nach der erfolgreichen Parkplatzsuche begeben wir uns auf einen kurzen aber intensiven Rundgang durch die malerischen Straßen und Gassen, werfen einen Blick in interessante Hinterhöfe und genießen die architektonisch genialen Ansichten der Fachwerkhäuser. Da wir noch eine mehrstündige Rückreise vor der Brust haben beenden wir den Rundgang in einem schönen italienischen Strassencafe, wo Rolf zu seiner großen Überraschung und zum Dank für die Organisation der Tour, eine tolle Flasche Grappa überreicht wird. Zurück am Bus heißt es aufsitzen und dann geht es ohne große Unterbrechungen auf einer total freien Autobahn in Richtung Heimat. Sichtlich geschafft, mit schönen Eindrücken und Erfahrungen im Gepäck erreichen wir am frühen Abend Witten und beenden eine rundum gelungene erste Radtour nach Corona. Alle Teilnehmer, Wolfgang I., Jürgen, Hans-Jürgen, Klaus, Rolf, Lothar und Götz haben die anspruchsvolle Radtour bravourös gemeistert und alle waren von den landschaftlichen und baulichen Sehenswürdigkeiten begeistert. Für das kommende Jahr wünschen wir allen die diesmal nicht mitfahren konnten viel Glück und
Gesundheit denn, nach der Tour ist vor der Tour!

Unser Dank gilt an dieser Stelle wieder einmal dem TuS Bommern für die Bereitstellung des Busses und der WABE für den Radanhänger.

Bericht: Rolf Stiefken, Götz Neuhoff und Klaus Hiller
Bilder: Rolf Stiefken, Klaus Hiller und Hans-Jürgen Streckeert

Hänger beladen
Gruppenfoto Sternfahrt Reinstorf
Verabschiedung mit Sekt
Ankunft Reinstorf
Aufstieg zum Kanal
Aufstieg zum Kanal
Elbe-Seiten-Kanal
St. Petri Wenhausen
Buckelgräber Boltersen
Zwischenmahlzeit
Sicherheitstor
Elbe-Seiten-kanal
Schiffshebewerk Scharnebeck
Schiffshebewerk Scharnebeck
Naturschutzgebiet Fehlingsbleck
Brücke bei Lauenburg
Blick auf Lauenburg
Wiegehäuschen
Schaufelrad
Altes Schifferhaus
Lauenburger Rufer
Blick auf Elbe
-0 Kirche Radegast
-1 Schloss Bleckede
Kirche Radegast
Schloss Bleckede
Findlingsgarten Breetze
Findlingsgarten Breetze
Kloster Medingen
Pause in Bad Bevensen
Sonnenuhrgarten Bad Bevensen
Königsgräber Haaßel
St. Johannis Dahlemburg
Radmechaniker Götz
Schleuse Eichhof
St. Nikolai und Nikolaihof
VITI-Turm
Orgel dom Bardowick
Taufbecken Dom Bardowick
Altar Dom Bardowick
Bardowicker Galerieholländer
Mühle Artlemburg
Wassermühle Neumühlen
Wassermühle Neumühlen
Ansichten Lüneburg
Ansichten Lüneburg
Ansichten Lüneburg
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