Handball 1. Damen
WAZ: Zum Paukenschlag fehlt nicht viel: TuS Bommern steht das Gebälk zu oft im Weg
WAZ. Für einen Platz im Aufstiegsrennen der Verbandsliga kommen die Handball-Frauen des TuS Bommern nach inzwischen absolvierten 17 Spieltagen zwar nicht mehr infrage, doch ein Zünglein an der Waage, wenn es um die Titelvergabe geht, könnten die Grün-Weißen durchaus sein - sofern die weiterhin so starke Leistungen abliefern wie beim 31:31 (16:13) gegen den Tabellenzweiten TV Einigkeit Netphen.
Der Rückstand der ambitionierten Siegerländerinnen auf Spitzenreiter HSG Hohenlimburg wuchs durch diesen Punktverlust nämlich weiter an - und unterm Strich konnte Netphen froh sein, überhaupt mit einem Remis aus Witten abzureisen. „Das war heute sicherlich eine der besten Leistungen dieser Saison“, würdigte TuS-Coach Sebastian Razeng den Auftritt seines Teams. „Lisa Frorath hat das im Angriff hervorragend gemacht, den Druck immer hoch gehalten.“
TuS Bommern liegt Anfang der zweiten Halbzeit mit sechs Toren vorn
Von Beginn an legten die Bommeraner Frauen ein bemerkenswertes Tempo, gepaart mit großer Zielstrebigkeit vor dem gegnerischen Kasten, an den Tag. Den 2:4-Rückstand (7.) steckten die Razeng-Schützlinge schnell weg, erspielten sich dann einen 7:5-Vorsprung. Bis zum Seitenwechsel agierten sie mit dem Spitzenteam aus Netphen, dem man im Hinspiel noch mit 19:27 unterlag, auf Augenhöhe. Mehr noch: Nach dem 13:13 (27.) gehörten die letzten Minuten bis zur Pause dem TuS, der drei Treffer in Serie nachlegte, beim Kabinengang verdient führte.
Eine weitere starke Phase der Wittenerinnen sorgte dann sogar für ein Sechs-Tore-Polster (20:14/36.), doch so leicht ließ sich Netphen - mit der ehemaligen Bommeranerin Franziska Nievel, die acht Treffer erzielte - nicht abschütteln, glich zum 24:24 aus (46.). Größtes Manko aufseiten der Gastgeberinnen: Trotz exzellent herausgespielter Möglichkeiten wollte der Ball häufig einfach nicht ins Tor, klatschte haufenweise an Latte oder Pfosten. Wäre die Partie eine Viertelstunde vor Schluss längst entschieden gewesen - der Tabellenzweite hätte sich nicht beschweren können.
Zudem hatte der TuS Bommern in Lisa Clausing eine starke Torfrau hinter sich, die mehrfach ganz stark parierte. Weil Netphens groß gewachsene Rückraumspielerin Hannah Kania (zehn Tore) aber so ganz nie in den Griff zu bekommen war, entschied sich Razeng irgendwann für eine offensive Deckung gegen die TV-Leistungsträgerin. „Vielleicht war das sogar ein Fehler, denn dann haben wir uns ein paar Tore zu viel über außen gefangen“, zeigte er sich selbstkritisch.
Am Schluss wurde es noch mal richtig spannend, beide Teams hatten den Sieg in der Hand. Bommerns Josefine Bernstein warf ihr elftes Tor, traf zum 31:30. Zum Erfolg aber reichte das nicht ganz, denn ihr Widerpart Hannah Kania egalisierte. Ein fataler Fehlpass von Lisbeth Schneider wenige Sekunden vor dem Ende hätte den TuS dann fast noch das Remis gekostet, doch den letzten Freiwurf jagte Netphen in den Abwehrblock.
TuS: Clausing, Wegge; Schneider (2), Köstler, Wenzel, Bernstein (11), Frorath, A. Nievel, Becker (3), Berger (1), Breddemann (7), Hillebrecht (6), Striebeck (1).
WAZ-Bericht von Oliver Schinkewitz