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So, 09. Mai 10TuS Bommern feiert seine Rettung (WAZ-Bericht)

Handball-Krimi mit Happy End für das Team von Claudio Simone - 28:26 über SG HC Dortmund-Süd vor gut 700 Zuschauern.

26. Spieltag: Handb.-Verbandsliga, 1. Mannsch.
TuS Bommern - SG HC Dortmund-Süd 28:26 (17:12)

Die Handballer des TuS Bommern spielen auch im kommenden Jahr in der Verbandsliga! Den Abstiegskrimi gegen die SG HC Dortmund-Süd gewann das Team von Trainer Claudio Simone vor einer imposanten Kulisse im heimischen Sportzentrum am Bommerfelder Ring mit 28:26 (17:12).

Es war gewiss nichts für schwache Nerven, was die beiden Mannschaften am Samstagabend vor gut 700 Zuschauern boten - die heimischen Fans waren derlei Spiele allerdings schon gewohnt aus den zurückliegenden Monaten. "So gelitten wie diesmal habe ich allerdings noch nie", betonte Ex-Abteilungsleiter Wolfgang Sonnenschein, dessen Nervenkostüm genauso auf die Probe gestellt wurde wie bei allen anderen Besuchern dieser hochdramatischen Partie.

Die Bommeraner erwischten einen miserablen Start, lagen gleich mit 0:3 hinten - Dortmund-Süd, das ebenso wie die Hausherren nur im Falle eines Sieges auf den direkten Klassenerhalt ohne Umwege hoffen konnte, gab gleich mal die Richtung vor. Der nervöse Beginn der Simone-Sieben lag sicherlich auch dem Trainer des TuS schwer auf der Seele - doch allein schon die folgenden beiden Treffer von Matthias Schacht und Oliver Born zum zwischenzeitlichen 2:3 waren da wie eine Erlösung. Nach einer knappen Viertelstunde hatten sich die Bommeraner dann "freigeschwommen" und trafen durch den am Samstag prächtig aufgelegten Fabian Jung zur ersten Führung - 6:5. Jetzt blieben die Grün-Weißen unter der lautstarken Anfeuerung der eigenen Fans am Drücker, setzten sich auf 8:5 und 11:7 ab, lagen beim Pausenpfiff sogar mit 17:12 in Führung. Entscheidenden Anteil daran hatte vor allem auch Torhüter Matthias Kilfitt, der einen Glanztag erwischte und mit Abstand zum besten TuS-Akteur avancierte - ausgerechnet im so entscheidenden Duell mit seinem ehemaligen Club.

Kein Grund zur Besorgnis auch die ersten Minuten der zweiten Hälfte, als die Wittener im gleichen Stil fortfuhren und sich beim 20:13 (35.) die deutlichste Führung erspielten. Allerdings war das noch lange kein Ruhekissen - das hatten schon die letzten Monate gezeigt, als die Bommeraner gleich reihenweise ähnliche Vorsprünge in Windeseile verjubelten. Und auch diesmal wollten sie es wohl wieder ganz besonders spannend machen, denn bis zur 45. Minute kam Dortmund-Süd (mit dem Ex-Bommeraner Matthias Konkel) auf 20:21 heran, witterte nun natürlich wieder Morgenluft. "Ein Knackpunkt bei uns war ganz sicher die Rote Karte gegen Christian Wojtek - die ich allerdings als viel zu hart empfand", so Trainer Claudio Simone, der seinen Abwehrrecken in der 39. Minute nach einem Allerweltsfoul verlor.

Doch auch die Gäste aus der Nachbarstadt kassierten eine Reihe persönlicher Strafen - u. a. mussten zwei Spieler vorzeitig mit "Rot" nach der dritten Hinausstellung auf die Tribüne. Zwischenzeitlich standen die Bommeraner mit sechs gegen drei Feldspieler auf der Fläche - diese Gelegenheit nutzte die Simone-Truppe zu wichtigen Treffern, als Fabian Jung mit drei Toren in Serie für das 24:20 (49.) sorgte. Die Vorentscheidung? Mitnichten. Wieder bekamen die Wittener angesichts der bevorstehenden Rettung das große Nervenflattern - Dortmund-Süd brachte für seinen Schlussmann während der Angriffe einen zusätzlichen Feldspieler und arbeitete sich heran, bis zum 25:25-Ausgleich (55.).

Kaum noch auszuhalten war die Anspannung in diesen Schlussminuten. Jetzt war aber wieder der TuS Bommern am Zug - Fabian Jung (per Siebenmeter) und Matthias Schacht (mit einem Gegenstoß) warfen das 27:25. Noch einmal verkürzten die Gäste - 26:27, nur noch 70 Sekunden zu spielen. Wieder Ballbesitz für den TuS Bommern, und dann ein haarsträubender Fehlpass von Oliver Born. Teufelskerl Matthias Kilfitt aber war nicht mehr zu überwinden, parierte zweimal hintereinander in überragender Manier. Und nicht nur das: Einen dieser abgefangenen Bälle schnappte er sich und warf in quer durch die Halle ins verwaiste Dortmunder Tor - 28:26, die endgültige Entscheidung und die Rettung für die Hausherren, die nach dem Schlusspfiff stürmisch gefeiert wurden.

"Was die Mannschaft in den letzten drei Wochen geleistet hat, war schon beeindruckend - gerade der Sieg damals gegen Eiserfeld hat uns noch mal einen gewaltigen Schub gegeben", meinte ein merklich erleichterter Claudio Simone, der zuvor von seinem Team auf den Schultern durch die Halle getragen und gefeiert wurde. Mit diesem Sieg am letzten Spieltag schoben sich die Bommeraner in der Tabelle der Verbandsliga noch auf den neunten (!) Platz nach vorn. Absteiger sind Westfalia Herne und die am Samstagabend trotz großen Kampfes unterlegenen "Süder" aus Dortmund. In die Relegation muss der HSC Eintracht Recklinghausen (33:33 in Werdohl) als Drittletzter.

Beim TuS Bommern kann nun in aller Ruhe die Planung für die neue Saison in Angriff genommen werden. Zwei Neuzugänge stehen mit Gregor Grajcar und Stefan Siemienowski (beide TuS Ruhrtal) schon fest, hinzu kommen wird ein Torhüter. Alles weitere wird sich in den nächsten Wochen ergeben - bis dahin feiern die Grün-Weißen gewiss noch das eine oder andere Stündchen. "Dieser Erfolg war ungeheuer wichtig für den gesamten Verein", brachte TuS-Vorsitzender Dieter Beneken auf den Punkt, was alle Bommeraner an diesem packenden Abend vor grandioser Kulisse bewegte.

TuS: Kifitt (1), Otto, Schacht (4), Funke (3), Matalla, Lieber (4/1), Schneider (2), Born (4/1), Jung (8/2), Wojtek, Kessler, Sonnenschein (2), Meuren, Groß

Zuschauer: 700

WAZ-Bericht von Oliver Schinkewitz

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